Träume der Mütter und Väter der Un-Abhängigkeiten. Afrikanische Wirklichkeiten heute

Dekolonialisierung neu denken – 60 Jahre nachdem 17 afrikanische Länder ihre Unabhängigkeit errungen haben – ist das diesjährige Thema von Afrika neu denken. Über die afrikanischen Befreiungskämpfe zu sprechen heißt immer auch, die europäischen Vorstellungskomplexe zu dekonstruieren. Drei Veranstaltungen befassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Frage, ob die Dekolonialisierung mehr war als das kurze Erwachen einer noch zu erfindenden Zukunft und wie die politische und kulturelle Überwindung von Abhängigkeiten ausgestaltet werden kann. Die Reihe erinnert an die Träume der Generation, die für die Unabhängigkeiten kämpften und möchte darin die vielschichtigen Wirklichkeiten und neuen postkolonialen Bewegungen betrachten.

Diese erste länderübergreifende Bewegung hat 1960 durch Massenproteste den Großteil der Kolonialregime zu Fall gebracht. Die ehemaligen Kolonialmächte verhinderten die selbstständige demokratische und wirtschaftliche Entwicklung der jungen Staaten. Autokraten und Diktatoren wurden befördert, protegiert und blutige Stellvertreterkriege finanziert. Bei aller Anerkennung gegenüber den Vorkämpfer*innen für die Unabhängigkeit der Länder überwiegt die Enttäuschung gegenüber denjenigen Machthabern, die es nicht vermochten, die Un-Abhängigkeiten de Jure in tatsächliche Unabhängigkeit zu verwandeln. Bis heute können viele Länder nicht über ihre Ressourcen verfügen und Entscheidungsfindungsprozesse nicht frei gestalten. Aufgrund dieser unheilvollen Allianz zwischen nationalen Eliten und einer Afrikapolitik der Industrienationen, die das koloniale Denken und Handeln nie abgelegt haben, werden jene Denkmuster und Handlungen reproduziert. Die versprochene Augenhöhe in den Beziehungen bleibt allzu oft ein Schein, nur die Form hat sich verwandelt.

Für den ersten Vortrag dieser dreiteiligen Veranstaltungsreihe ist es „Afrika neu denken“ gelungen, mit Prof. PLO Lumumba einen der prominentesten afrikanischen Intellektuelle der Gegenwart zu gewinnen. Sein Vortrag wird am 30. Juni stattfinden, an jenem Tag, an dem vor 60 Jahren, P.E. Lumumba, dem ersten Premierminister des Kongo, nach dem Prof. genannt wurde, eine Rede hielt, die in die Geschichte eingegangen ist und sein Todesurteil besiedelte.

Details

Veranstaltungsort
Datum Dienstag, 30. Juni 2020 von 18:00 - 20:00 Uhr
Dauer 2h
Referenten Prof. PLO Lumumba is a Professor of Law, Founder of the PLO Lumumba Foundation and Advocate of the High Courts of Kenya and Tanganyika.
Veranstalter Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika
Webseite https://www.kasa.de/veranstaltungen/detail/?tx_calendarize_calendar%5Bindex%5D=184&cHash=a44d71b8bb9f8690d04ab0cc8d742ecc
Ansprechpartner/in Dr. Boniface Mabanza
Williy-Brandt-Platz 5
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